Startseite
  Über...
  Archiv
  Danke an all unsere Spender
  Unsere Fotos
  Spenden
  Die anderen Freiwilligen
  Gästebuch
  Kontakt
  Abonnieren
 


 

Links
  BAUMHAUS
  Jugend im Ausland
  weltwärts
Letztes Feedback


http://myblog.de/hannaundjulia

Gratis bloggen bei
myblog.de





 
Treffen in Liuku und Projekte

Nachdem sich alle Frewilligen gut an ihren Schulen eingelebt haben und wir uns alle mehr oder weniger lange nicht mehr gesehen hatten, hatte wir am Wochenende vom 19-21.11 ein Treffen in Liuku. Projekte wurden besprochen und organisiert, Ideen und Erfahrungen wurden ausgetauscht und natürlich auch die neusten Stories.

 image

Gruppenbild in Liuku

Schon die dreieinhalb stündige Fahrt nach Liuku war mal wieder ein kleines Erlebnis. Vorne neben dem Fahrer war ein großer Pappkarton und irgendwann hörte ich Julia neben mir sagen:"Guck mal Hanna, der Karton bewegt sich." An sich ja noch nichts schlimmes, oder außergewöhnliches, aber nach einiger Zeit sahen wir, dass dieses Etwas im Karton sich einen Weg nach draußen gefressen hatte... Es war ein riesiges, pelziges Nagetier mit einem Rattenschwanz. Den Rest der Fahrt verbrachten der Fahrer und Befahrer dann damit immer wieder dieses Tier zu schlagen, damit es ihnen nicht zu nahe käme und wir damit das Spektakel zu beobachten.     

Wieder zurück in LaJiaMuDi und voller neuer Motivation gab und gibt es einiges zu tun. An Flyern und Logos wurde rumgebastelt und Listen und Konzepte erstellt. Ein Altkleiderprojekt soll auf die Beine gestellt werden (und ist inzwischen auch schon so gut wie am Laufen) und auch an einem Patenschaftsprojekt wird eifrig herumgewerkelt. Für das Altkleiderprojekt werden gebrauchte Klamotten in Liuku, Fugong und Dali gesammelt, dann hier nach Fugong und nach Laowo gebracht und wir werden die Kleidungsstücke dann in die Dörfer bringen und dort verteilen!

Neue Aufgaben stellen einen natürlich auch immer vor neue Probleme! Wie soll man nun zum Beispiel unter ca. 400 Schülern die ärmsten herausfinden? Nach der äußeren Erscheinung der Kinder zu gehen hat sich als nicht besonders sinnvoll erwiesen. Wir haben von einer Lehrerin eine Liste bekommen, auf die die Klassenlehrer die ärmsten Kinder der Klasse geschrieben haben und nun wo wir dabei sind herauszufinden welche kinder das sind, müssen wir leider feststellen, dass uns diese Kinder normal nie als besonders arm aufgefallen wären (normale Kleidung und auch nicht überdurchschnittlich dreckig!). Hinzukommt, dass die Mädchen generell besser angezogen sind als die Jungen, weil sie einfach mehr auf die Kleidung achten und genau das Gleiche gilt für die guten Schüler! Immerhin hatten wir gerade heute ein aufschlussreiches Gespräch mit einem Kanadier, der schon seit über 6 Jahren hier in der Gegend wohnt und sich wirklich auskennt. Er meinte wir sollten uns zwar die Häuser angucken, aber vor allem darauf achten wie die älteste Frau des Hauses gekleidet ist. Solange sie gut angezogen ist, geht es der Familie noch einigermaßen, sobald sie aber schlecht gekleidet ist, ist die Familie wirklich arm! Wenigstens schon mal ein Anhaltspunkt! 

6.12.09 11:18


Werbung


11 Wochen...

...sind mittlerweile vergangen. Es ist unglaublich wie schnell die Zeit zu vergehen scheint. Mehr als 2 Monate sind vorüber, mehr als ein Fünftel unseres Gesamtaufenthaltes und es graut uns in manchen Momenten jetzt schon irgendwann Abschied nehmen zu müssen. Wir kommen soeben aus dem Gottesdienst hier in LaJiaMuDi. Er findet Mittwochs, Samstags und Sonntags statt, dann auch teilweise mehrmals täglich. Es ist unglaublich schön, den Gesängen zu lauschen. Natürlich verstehen wir kein einziges Wort. Der gesamte Gottesdienst wird in der Sprache der Lisu gehalten. Doch das macht uns nichts, es ist im Grunde die friedliche und beruhigende Stimmung, die das Zusammenkommen für uns ausmacht. Vor etwa 3 Wochen waren wir bereits von zwei Deutschen, die wir in Fugong kennengelernt haben, und die genau wie wir an einem sozialen Projekt in Fugong arbeiten, zu einer Kircheneinweihung auf der anderen Seite des Flusses eingeladen worden. Die Bewohner, der vielen verschiedenen Dörfern der Umgebung, hatten sich in ihrer traditionellen Kleidung zusammengefunden. Es wurden Tänze und Gesänge von den verschiedenen Dörfern aufgeführt. Auch wir, die “waiguoren” (Ausländer) haben ein spontanes Ständchen vor gesammelten Publikum von uns gegeben ( amazing grace). Es war ein wirklich wunderschön. 

 image

Während dem Gottesdienst zur Kircheneinweihung

Auch in der Schule ist Einiges passiert. Vor kurzen hatten wir 2 Tage frei, da Prüfungen geschrieben wurden. Kurz danach haben wir mit der gesamten Lehrerschaft unserer Schule eine sehr kleine Grundschule auf der anderen Seite des Flusses besucht. Diese Schule hält eine Art Lehreraustausch mit unserer Grundschule aufrecht. Es wird sich einmal im Jahr besucht, die Lehrer schauen sich gegenseitig beim Unterricht zu, um sich dann über mögliche neue Methoden und Verbesserungsvorschläge auszutauschen. Im Anschluss, darauf waren Hanna und ich leider nicht so gut vorbereitet, kam es zum berühmten “Basketballtunier”. Während alle Lehrer mit extra Shirts, Schuhen, usw. ausgestattet waren, mussten Hanna und ich in einer wahnsinnigen Hitze in dem ran, was wir anhatten: Jeans und Hemd. Zuerst haben die Männer gegeneinander gespielt, wobei die kleine Grundschule im Korbtreffen etwas zielsicherer war, und dann die Frauen. Hanna und ich spielen ziemlich selten Basketball. Unser Vorteil war unsere Größe. Da Basketball hier in Nujiang eine Art Volkssport darstellt (egal wie viele Stunden man den Berg hinaufgeht, ein Basketballfeld bleibt stets in Sicht) waren die Frauen natürlich ziemlich geschickt, und es war wirklich nicht so leicht für uns mitzuhalten. Letztendlich haben wir unentschieden gespielt.

 image

Mit unserem kleinen Headmaster Johnny;-)

Da es mittlerweile schon Dezember ist, lässt auch der Winter seine Auswirkungen spüren. Es ist schon erstaunlich wie kalt es am Abend werden kann, wo doch den ganzen Tag strahlender Sonnenschein zu sehen war. Oooohja, es wird sehr kalt, und nie zuvor wussten wir Heizung und Ofen, die wir aus Deutschland gewöhnt sind, so zu schätzen. Hier muss man sich mit dicken Socken, Pullover, Tee und vielleicht noch einer elektrischen Wärmflasche begnügen. Wie schwer das sein kann, war uns vorher noch nicht bewusst. Noch schwieriger ist es für uns daher mitanzuzuschauen, wie unsere Kinder an der Schule, trotz der Kälte am Morgen und am Abend, oft nur in Plastikschlappen und T-Shirts herumlaufen. Auch warmes Wasser ist in Thermoskannen zwar vorhanden, wird jedoch nur von den wenigsten Schülern in Anspruch genommen, und wäre für alle auch mit Sicherheit nicht ausreichend. Auch in den Klassenzimmern ist es sehr kalt, und der Unterricht beginnt um 7.30Uhr am Morgen und endet um 21.00Uhr am Abend. Bei soviel Unterricht in den kalten Klassenzimmern, ist es schön zu sehen, dass es Tage wie den vorletzten Montag gibt, an dem alle Kinder einfach mal abschalten konnten. An diesem Tag wurde überall wo man hinschaute alles erdenkliche zusammengepackt. Es wurde Fleisch, Gemüse und Reis an alle Schüler verteilt und diese haben dies dann zusammen mit Brennholz, Getränken und diversen Süßigkeiten in Säcke, Körbe usw. verpackt und sich auf dem Schulhof versammelt. Dann ging es los. Mit versammelter Truppe sind wir zu einem nahegelegenen Bach hier in LaJiaMuDi gelaufen. Dort haben sich die Kinder in kleinen Gruppen am Flussverlauf verteilt. Mit viel Freude wurden von allen kleine Kochstellen aus Steinen, Hölzern und allem was sonst so herumlag gebaut und dann wurde direkt am Fluss gekocht und gespeist. Für die Lehrer wurde auf einer anliegenden Reisterrasse extra gekocht, denn es gab Besuch von einigen Leadern des Governments. Interessant war zu sehen, wie gut die Kleinen doch im Kochen waren. Ich denke weder Hanna noch ich hätten das so gut hinbekommen. Im Anschluss an das Essen gab es einige Aktivitäten der Lehrer, bei denen es Bonbons zu gewinnen gab. Es war ein wirklich schöner Ausflug. Weniger schön war allerdings die Nachricht, die Hanna und ich beim Abendessen am folgenden Tag erhalten haben. Eines der Lehrergerichte, von dem auch Hanna und ich in unserer Schüssel bekommen haben, war nichts anderes als Hundeeintopf! Und bevor uns jetzt einige wieder fragen, wie denn das arme Tier geschmeckt hat: Wir wissen es nicht mehr so genau, aber im Grunde nicht anders als Schwein;-)

image

image

Bilder vom Schulausflug

Vieles ist also gleichgeblieben. Spontanität und Anpassungsvermögen sind gefragt. Dennoch gibt es auch Vieles, dass sich in letzter Zeit verändert hat, insbesondere bezüglich unserer Beziehung zu den Schülern: Aus Schüchternheit und Zurückhaltung ist Neugierde und Offenheit gewachsen und das freut uns sehr. Es kommt immer häufiger vor, dass Hanna und ich nach dem Unterricht, oder in den Pausen am Schulhof von den Kindern umringt werden, die hunderte Fragen stellen, und uns am liebsten alle mal zu sich nach Hause einladen würden. Unsere Sammlung von selbstgemalten Bildern an der Wand wächst und wächst, und wir bekommen mittlerweile regelmäßig Privatunterricht im Lisutanzen von einigen Schülerinnen der 6ten Klasse, was sich in unserem dann doch recht kleinen Zimmer manchmal als ziemlich schwierig erweisen kann. Die Sprache macht es uns natürlich immer noch nicht so einfach, aber wir werden besser und besser und besuchen mittlerweile sogar schon den Chinesischunterricht der zweiten KlasseJ Es geht uns also gut, und wir sind gespannt auf all das was in den nächsten Wochen noch so  passieren wird.

6.12.09 09:21


Trip nach Gongshan

Gongshan ist eine kleine Stadt ca. 3.5 Stundem nördlich von Fugong. Es ist die letzte größere Stadt vor Tibet und es leben dort auch schon einige Tibeter. Da sowohl die Menschen hier in Fugong, als auch die Ex-Freiwilligen total begeistert von der Stadt berichtet hatten, haben Marvin, Jannis und wir beschlossen an einem Wochenende hin zu fahren.

image

Moonrock - Zwischenhalt auf der Hinfahrt nach Gongshan

Als wir dann aber Freitagabend in Gongshan ankamen waren wir etwas enttäuscht. Es war unglaublich kalt (allerdings müssen wir zugeben, dass wir die Wahrnungen der Chinesen diesbezüglich einfach nicht Ernst genommen haben, da sie auch bei der größten Hitze im Rollkragenpullover rumlaufen...) und es war auch einfach nichts los. Die Hauptstraße sind wir mindestens viermal hoch und runtergelaufen, auf der Suche nach irgendetwas spannendem, allerdings ohne Erfolg. Nachdem wir dann trotz besseren Wissens aus Frust auch noch eine chinesische Schokolade gegessen hatten, die seit über einem Jahr abgelaufen war, haben wir uns in unser 1€ Hotel verkrochen mit dem Entschluss am nächsten Tag weiterzufahren.

Am nächsten Morgen sah die Welt zwar schon wieder schöner aus, es war sonnig und somit auch wieder warm und wir haben uns auf in Berge gemacht.

Im Lonely Planet hatten wir von einem kleinen tibetischen Dorf namens Dimaluo gelesen, in dem man in einer kleinen Unterkunft übernachten kann. Nachdem wir also ein bisschen mehr als zwei Stunden gewandert waren, kamen wir in dem Dorf an. Es liegt wunderschön zwischen großen Bergketten an einem kleinen Gebirgsfluß. Mitten in dem Tal befindet sich dann die Hütte von Aluo in der man für umgerechnet zwei Euro die Nacht übernachten kann. 

Auf der Wanderung von Gongshan hatten wir noch einen italienischen Archäologen kennen gelernt - Armando. Der Mann ist ganze zehn Monate im Jahr mit reisen beschäftigt und vier davon sind einfach Urlaub. Da er seinen Master in London gemacht hatte sprach er nahezu perfektes Englisch und konnte uns viel von der Welt und der Gegend erzählen. Besonders in China ist er schon viel rumgekommen und da Tibet zu seinen absoluten Lieblingszielen gehört wusste er uns auch einiges über die Kultur zu berichten. Auf jeden Fall ein sehr netter Kerl, der uns dann während unseres Gongshantrips die ganze Zeit begleitet hat.

  image

Essen in Gongshan zusammen mit unserem italienischen Freund

Nach unserer Ankunft bei Aluo haben wir ein bisschen Basketball gespielt und abends wurden wir noch in eine tibetischen Kirche mitgenommen. Ca. 80% der Dorfbevölkerung ist katholisch und so war die kleine Kirche gerammelt voll. Der Gottesdienst wurde, wie hier überall üblich, nach Geschlechtern getrennt abgehalten. Während des ganzen Gottesdienstes wurde in einer Art Gesang der Rosenkranz gebetet. Immer zuerst die Frauen und dann die Männer. Die Stimmen waren wunderschön und es war eine unbeschreibliche Atmosphäre. Wir alle waren wohl auf eine gewisse weise gerührt, als wir die Kirche verließen. 

Am nächsten Tag sind wir dann schon sehr früh los, da wir zu einer Kirche in den Bergen wandern wollten und dann noch wieder zurück bis nach Gongshan. Ein Frühstück haben wir uns dennoch nicht nehmen lassen, immerhin war es tibetian style, was bedeutet, dass es eine Art Fladenbrot und Buttertee gab und man muss ja alles mal probieren. 

Der erste Teil unserer Wanderung zur Kirche folgte dem Flusslauf durchs Tal. Dann ging es in Serpentinen den Berg hoch, vorbei an Büschen und Farnen stiefelten wir durch die doch merklich kahler Vegetation immer weiter nach oben. Mitten auf einer Anhöhe befand sich dann das kleine chinesische Dorf, das Alou uns auf seiner selbstgemalten Karte eingezeichnet hatte (die Karte war übrigens erstaunlich genau). Das ganze Dorf hatte sich auf dem Dorfplatz zu einem Basketballspiel versammelt und inmitten der anderen alten und heruntergekommenen Holzhütten stand dann die Kirche, die wirklich alle Erwartungen übertraff. Sie war schon 160 Jahre alt und die Farbpracht war einfach unglaublich. Bilder von Tieren und Pflanzen waren in allen vorstellbaren Farben auf die Außenwände der Kirche gemalt, das Dach war bunt verziert und sogar die Fenster waren aus buntem Glas, so dass das einfallende Sonnenlicht das ansonsten schlichte Innere der Kirche in buntes Licht getaucht hat.

 image

Die wohl bunteste Kirche der Welt

Der Rückweg ging dann um einiges schneller von statten, da es nur bergab ging und auch der Weg zurück nach Gongshan war schnell geschafft. Am Abend ging es dann auch schon wieder zurück nach Hause und wir müssen sagen, dass sich das Wochenende wirklich gelohnt hat. 

1.12.09 14:17


Schon 6 Wochen…

… leben wir nun „südlich der Wolken“, in den Bergen Chinas, im Tal des Nujiang, dem Fluss in dem man besser nicht baden sollte Nach der so turbulenten Anfangszeit, in der man es besser unversucht gelassen hat über eine Stunde weiter hinauszuplanen, da die chinesische Spontanität einem meist zuvor kam, kehr nun eine „relative“ Routine in unser Lehrerdasein. Diese sogenannte Routine muss allerdings in dieser so anderen Welt neu definiert werden: Im wesentlichen haben wir hier alles was man braucht. Wir haben fließend Wasser im Gebäude, Strom, Inetrnet, usw. Dennoch muss man jede Sekunde damit rechnen, das das Licht plötzlich erlischt, der Rechner keine Verbindung findet, oder im ganzen Gebäude und auf dem Schulhof die Wasserleitungen aufgrund mysteriöser Umstände mehrere Tage kein Wasser liefern. Die Gründe bleiben im ewigen Verborgen. Routine bedeutet für uns auch, alle Pläne für das Wochenende Samstagmorgens auf Eis legen zu müssen, da unser Schulleiter uns eben gerne beim Biertrinken mit seinen Freunden, die für ihn alle „very brothers and sisters“ sind dabeihaben möchte, oder, dass man am Morgen eben erfährt, dass es am Nachmittag für 10 Tage Ferien gibt und alle Kinder nach Hause fahren. Natürlich war es für den ein oder anderen zunächst schwer sich an eine solch lockere Lebensweise zu gewöhnen. Dennoch gehört sie einfach zum Leben hier im Nujiangtal dazu, dass in so vielen Dingen etwas chaotischer und ungeordneter abläuft. Die vielen Eindrücke die wir im Gegenzug erhalten entschädigen dennoch alles. Es ist nicht nur die wirklich unbeschreiblich schöne Landschaft die Nujiang zu bieten hat, es sind vor allem diese herzlichen und fröhlichen Menschen die diese kleine „Traumwelt“ zu dem macht was sie ist.
Sechs Wochen bedeuten vor allem unendlich viele Bilder und Eindrücke die sich im Kopf angesammelt haben, ohne bisher verarbeitet werden zu können, denn jeden Tag kommen neue hunderte hinzu. All diese Eindrücke führen fast zu einer Reizüberflutung, mit der wir gelernt haben umzugehen. Eine Art Blasiertheit ist in uns entstanden. Was vor sechs Wochen noch blankes Entsetzen, oder minutenlanges Staunen und Schweigen, bei uns hervorgebracht hat, wird nun mit Achselnzucken bzw. innerlichem Schmunzeln hingenommen. Wir wissen nun, dass sich einfach alles ein wenig von unserem Leben in Deutschland unterscheidet und so wie es ist, so ist es einfach wunder- , wunderschön. Wir sind sehr dankbar noch weitere neun Monate an all dem teilhaben zu dürfen

 image

 Nicht ganz so sichere Brücke in den Bergen

 

 image

 Unsere kleine Freundin aus Fugong

 

 image

 Schöner Abend!

1.11.09 13:58


Projekte

Natürlich wollt ihr alle gerne wissen, was wir hier so anstellen und gerade unsere Spender wird interessieren was wir hier an Projekten verwirklichen.

Unser erstes kleines Projekt war eine "English wall" fürs Lehrerzimmer. Wir haben auf einem großen Plakat verschiedene Phrasen und Vokabeln auf Englisch und Chinesisch aufgeschrieben, so dass die Lehrer etwas Englisch lernen können (für uns ist es natürlich auch eine gute Chinesischübung!). Uns wurde vorher von sehr vielen Lehrern erzählt, dass sie gerne Englisch lernen würden und sie haben uns gefragt, ob wir ihnen dabei helfen könnten.  Das Plakat schent auch ganz gut anzukommen, jedesmal wenn wir jetzt ins Lehrerzimmer kommen sollen wir irgendwelche Sätzte, oder Vokabeln vorlesen, damit sie wissen wie man sie ausspricht.    

Gestern haben wir dann ein weiteres Projekt gestarten. Wir haben für alle Schüler Englischhefte besorgt, da die Schüler selber sich keine leisten können und alles nur auf irgendwelchen Zettelrückseiten notieren, die man häufig etwas später in den Mülleimern der Toiletten wiederfinden kann - Toilettenapier kostet Geld und das geben die Kiddies (wenn sie es denn haben) doch lieber für andere Dinge aus...                                                       Da wir die billigsten Hefte gekauft haben, die nichts vorne drauf haben, hatten wir die grandiose Idee sie zu verschönern, allerdings hat uns dieser großartige Einfall einige Nerven gekostet und uns Blasen an den Händen beschert, denn bemalt mal 410 Hefte mit Sternchen, Pandas, Katzen, Autos, Hunden und Co.... Aber die Mühe hat sich gelohnt, die Kinder haben sich unglaublich gefreut und allein in die strahlenden Gesichter zu schauen entschädigt schon für das stundenlange malen! 

Ein weiteres Projekt, das wir auf jedenfall in Angriff nehmen wollen, sind die Duschen, denn es wurden mal welche gebaut, die aber aus irgendwelchen Gründen nicht funktionieren und jetzt als Küchenecken genutzt werden. Gerade im Hinblick darauf, dass die Schule vergrößert wird und im nächsten Jahr vielleicht keine Freiwilligen mehr hier hin dürfen wäre es wichig, das hinzukriegen! 

Ansonten wollen wir uns um Seife kümmern; hierzu werden wir wohl die großen Hotels in Liuku abklappern und fragen, ob sie uns nicht ihre Reste überlassen würden!              

 

image

28.10.09 18:11


Ferien

1.10. Nationalfeiertag.... Wir hatten schon von anderen Freiwilligen gehört, dass es an ihren Schulen zu diesem Anlass Ferien geben sollte, doch auf unsere Frage hin wie es hier sei, haben wie nur ein "maybe" zuhören gekriegt. So war die Überraschung doch mehr oder weniger groß, als uns an besagtem Morgen mitgeteilt wurde, dass es jetzt 11 Tage Ferien gäbe und nach dem Mittagessen alle Kinder nach Hause gehen würden. 

Die nächsten Tage waren zwar noch verplant, mit einer Hochzeit, dem Lisufest, einem Essen mit allen Englischlehrern der Fugongyizhong und unserem Ausflug in Pu Lishengs Bergdorf, aber was dann? 6 Tage allein an der Schule zu sein klang für uns nicht gerade verlockend und so entschlossen wir uns Urlaub zu machen....

Am 5.10 ging es los, nachdem wir noch eine Nacht in PiHe an Evas und Darius Schule verbrach hatten, fuhren wir morgens mit dem Bus nach Liku. 

In Liuku sind wir dann an die Lushuiyizhong gefahren, die Schule von Lenny, Gabriel und André. Die nächsten Tage haben wir einfach den Luxus des "Großstadtlebens" genoßen, jeden Tag eine warme Dusche, Internet, oder auch frischgepressten Dragonfruitsaft... außerdem haben wir uns den Unterricht der drei angeguckt, die Schule ist doch sehr anders und man merkt schon, dass die Kinder aus etwas reicheren Familien stammen.

Am 7.10 sind wir dann Abends losgefahren um uns noch Dali anzuschauen und um uns dort mit einigen anderen Freiwilligen zu treffen. Die Busfahrt an sich war schon ein kleines Abenteuer, denn es war unsere erste Fahrt mit einem sogenannten Nachtbus.... Diese Buse sind voll mit Hochbetten, in denen man dann während der Fahrt schlafen kann, allerdings sind sie wohl eher an chinesische Größen angepasst, so dass wir vorne und hinten anstießen und da die Busfahrer an jeder Kurve laut hupen braucht man schon einen ziehmlich festen Schlaf um nicht alle paar Minuten hochzuschrecken. 

Die Tage in Dali waren toll, die Altstadt ist wunderschön und man kann Stunden damit zubringen einfach nur durch die kleinen Gassen zu schlendern! Einen Tag sind wir zum ErHai Lake gewandert, die Strecke war doch etwas länger als gedacht, aber wirklich schön, da sie die ganze Zeit an Reisfeldern entlang führte und wir zum Teil auch an Bewässerungskanälen entlangklettern mussten.

Ein geklautes Portemonaie bescherte uns dann auch noch eine Begegnung mit der örtlichen Polizei, die uns zuerst einmal Tee brachte und sich dann 1000x entschuldigte, da wir als Ausländer jetzt bestimmt ein ganz schlechtes Bild von China bekommen hätten. Aber auch dieser Tag wurde durch einen dieser unglaublichen Zufälle gerettet, die das Reisen ausmachen. Wir sind nach dem Essen eine Straße entlanggelaufen und nachdem wir kurz mit einem kleinen Jungen auf einem Bobbycar herumgealbert hatten, wurden wir prompt von seinem Vater auf eine Tasse Tee eingeladen. Es war allerdings nicht irgendeine Teegesellschaft auf die wir dort stießen, sondern es waren ein Teeprofessor (wir wussten auch nicht dass es sowas gibt...), ein bekannter Teebauer, ein junges Mädchen mit Lizens zum Tee machen (ja, auch sowas soll es hier geben...) und ein reicher Architekt aus Shanghai. Sie hatten sich getroffen um für sich zu entscheiden welches der beste Tee Chinas sei und wir durften nun all diese Tees probieren, die über 200€ das Kilo kosten. Am Ende haben wir sogar jeweils noch eine Tüte mit dem ihrer Meinung nach besten Tee bekommen....

Es war wirklich eine schöne Zeit in Dali, aber wir waren auch wieder froh nach Hause zukommen, an unsere doch recht beschauliche Schule, ohne Touristen und überteuerte Preise.

 image

Hanna und einige unserer Kollegen in Dali

 

Teezeremonie: Welcher Tee ist wohl der beste Chinas?;-)

 

 

      image

6.11.09 06:22


Mooncake Festival

Am 3.10 war hier das Mooncake, oder auch Midautumn Festival, eine art Erntedankfest. An diesem Abend kommt die ganze Familie zusammen, sitzt um den Tisch, unterhält sich und ist runde Sachen, wie Nüsse, Obst, oder eben die besagten Mooncakes. Mooncakes sind kleine gefüllte Kuchen, die, um es höflich auszudrücken, wohl einfach nicht nach unserem Geschmack sind. Wenn man Glück hat erwischt man einen der mit einer Gummiartigen Fruchtmasse gefüllt ist, die weniger glücklichen erwischen einen der mit fettigem, kalten Speck, oder einer anderen Fleischsorte gefüllt ist.... nunja andere Länder - andere Sitten. 

Wir wurden jedenfalls von Pu Lisheng eingeladen mit ihm und seiner Familie zusammen dieses Fest zu feiern. Da seine Familie in den Bergen wohnt, mussten wir erst ca. eine Stunde lang wandern bis wir sein Elternhaus erreicht hatten. Die Wanderung war zwar anstrengend, aber allein der Blick von  oben ins Tal hat uns für alle Mühen mehr als entschädigt.

Später am Abend, nach einem grandiosen Essen, das wir über dem offenen Feuer gekocht hatten, ging es dann noch weiter den Berg hoch zur Kirche. Die Lisu sind christlich und viele Menschen hier sind auch noch sehr gläubig! Im Gottesdienst wurde viel gesungen und getanzt und wir wurden sofort wieder zu jemandem nach Hause eingeladen. Es ist wirklich unglaublich wie Gastfreundlich die Menschen hier sind. Der Abstieg im Dunkeln zurück zu Pu Lishengs Hütte war eine etwas schwierige und vor allem rutschige Angelegenheit, doch wir haben es alle heil überstanden (nur Jannis Kamera hat einigen Schaden davon getragen). 

 Nachdem wir die Nacht über auf einer Reismatte auf dem Boden geschlafen hatten, was im Übrigen sehr bequem ist, gab es am nächsten Tag noch einmal etwas zu essen und dann haben wir uns auf den Heimweg gemacht.

Der Rückweg war sogar noch schöner als der Hinweg. Wir sind durch Reisterassen gewandert, vorbei an kleinen Bergdörfern und Wasserfällen. Die Landschaft ist wirklich atemberaubend schön. 

 

image

Gruppenbild in den Bergen, kurz vor Abstieg

26.10.09 16:08


[erste Seite] [eine Seite zurück]  [eine Seite weiter]



Verantwortlich für die Inhalte ist der Autor. Dein kostenloses Blog bei myblog.de! Datenschutzerklärung
Werbung